In der Woche vom 28.01. - 30.01.08 fand an unserer Schule, dem Nellenburg-Gymnasium Stockach, zum zweiten Mal die Woche alternativer Unterrichtsformen (kurz: WAU) statt. In diesen drei Tagen hatten die Lehrer die Möglichkeit mit ihrer Klasse ein Thema des Unterrichts besonders intensiv zu bearbeiten oder Aktionen durchzuführen, wozu im Rahmen des Stundenplans keine Zeit vorhanden ist.
Es gab einige Veränderungen zum Vorjahr, als dieses Projekt zum ersten Mal durchgeführt wurde. Die Resonanz der Schüler, Lehrer und Eltern war damals sehr positiv ausgefallen, trotzdem musste an der Organisation noch etwas gefeilt werden. Der Blockunterricht, der letztes Jahr für die Klassen angeboten wurde, die kein Projekt bearbeiteten, fiel weg, da der organisatorische Aufwand und der Unterrichtsausfall für die betroffenen Klassen zu groß war. In der GLK und in der Elternbeiratssitzung wurde deshalb beschlossen, dass WAU nur stattfindet, wenn jede Klasse ein Projekt durchführt. Herr Vollmer erstellte einen Plan, in den sich die Lehrer bis vor den Weihnachtsferien bei den Klassen ihrer Wahl mit einem konreten Thema eintrugen, so dass noch nicht versorgte Klassen auch noch rechtzeitig ein Projekt zugewiesen bekommen konnten. An WAU nahmen die Klassen 5-11 teil, die Jahrgangsstufe 12 erhielt eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und die 13. Klasse eine intensive Vorbereitung auf das Abitur in den von ihnen gewählten Fächern. So war die Organisation wesentlich einfacher als im Vorjahr. Das Ziel der Woche alternativer Unterrichtsformen war, dass die Schüler Schule einmal anders erleben sollten. Gemeinsames, selbständiges Arbeiten und so auch einmal auf praktische Art lernen stand im Vordergrund. Es gab wieder eine Vielzahl an interessanten Projekten, deren Vorbereitung Kreativität und Mühe erforderte. Denn einerseits sollte das Projekt lehrreich sein und die Schüler zum selbständigen Arbeiten anregen, aber dennoch Spaß machen und nicht dem normalen Unterricht gleichen. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Veranstaltungen.
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Den Klassen 11 b/c bereitete ihr Projekt besonderen Spaß, denn sie behandelten das Thema Bier. In den drei Tagen lernten die Klassen unter der Leitung von Herrn Krumm und Frau Wiedmann alles rund ums Bier, von den nötigen Zutaten über die Herstellung und den Vertrieb des fertigen Bieres. Hierzu wurde die Klasse in Gruppen aufgeteilt, die jeweils ein Teilgebiet zum Thema Bier bearbeitete. Zudem durften die Schüler ihr eigenes Bier brauen und führte eine Exkursion zur Fürstenberg Brauerei in Donaueschingen durch. |
Das krasse Gegenteil zu diesem Projekt war dasjenige der Klasse 9 a unter der Leitung von Frau Tubbe und Frau Alber. Hier ging es um Suchtprävention und die Beeinflussung des Alkoholkonsums durch Medien. Die Schüler beschäftigten sich mit der Geschichte der Werbung, von ca. 1900 bis jetzt und lernten wie man einen eigenen Werbeslogan entwirft. Nachdem sie Besuch von der Stadtjugendpflege hatten, entwarfen sie selber noch Plakate für Anti - Alkoholwerbung.
Um unsere Heimat, den Bodensee ging es bei dem Projekt, das die Klasse 10 b mit Herrn Möhren durchführte. In Gruppenarbeit erstellte de Klasse verschiedene Plakate zu verschiedenen Informationsgebieten wie z.B. Natur, Klima, Geografie, Verkehrswesen, Eisenbahn, Literatur, uvm..
Frau Heimers und Frau Ratzke schweiften hingegen mit ihrer Klasse 8 c ins ferne Mexiko. Aktuelle Themen wie Armut, Straßenkinder und Kinderrechte wurden ebenso angesprochen wie das allgemeine Leben und Arbeiten in Mexiko. Die Schüler erstellten hierfür in Eigenarbeit Reiseberichte und Zeitungsartikel und kleine Rollenspiele.
Das Thema Kinderarmut war auch das Thema von Frau Gerke und der Klasse 9 c. Sie erstellten in Gruppenarbeit eine Zeitung, in der jede Gruppe einen Artikel zu diesem Thema verfasste und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin von UNICEF hielt einen Vortrag zu diesem Thema.
Auch die Klasse 7 a unter der Leitung von Frau Fabian übte kleine Rollenspiele ein, um die Stadt London besser kennen zu lernen. Das Ziel dieses Projekts war das Erlernen der verschiedenen Präsentationsformen und der Stadt London, wobei Kreativität eine große Rolle spielte, denn außer Rollenspielen erarbeitete die Klasse verschiedene Plakate und Bilder. Am letzten Tag wurde als Highlight die Fotolovestory von " Romeo und Julia" erstellt.
Ebenfalls in der Fremdsprache Englisch arbeitete Frau Burkhardt- Wehrle mit ihrer Klasse 6 a, es wurden verschiedene Lektüren auf Englisch gelesen, die am letzten Tag unterschiedlich in der Klasse präsentiert wurden. Hierbei gab es Preise zu gewinnen.
Aber auch Projekte in anderen Fremdsprachen waren vertreten. So erstellte die Klasse 9 c unter der Leitung von Frau Sanchez und Frau Perez in Gruppenarbeit eigene kleine Theaterstücke auf Spanisch, die zum Schluss präsentiert und auf Video aufgenommen wurden.
Andere Lehrer nutzten die Tage, um mit ihrer Klasse ein Thema des Unterrichts besonders ausführlich zu erarbeiten, wie Herr Glunk mit der Klasse 8 b. Hier war das Thema Pythagoras und seine Zeit. Nachdem die geschichtlichen Hintergründe erforscht worden waren, ging es darum, den Satz des Pythagoras selbst zu bearbeiten und zu beweisen, anschließend wurden Beispiele aus der Natur gesucht und ein Bild gezeichnet.
Für die Klasse 9 b hieß es in diesen drei Tagen selbstorganisiert in Gruppen verschiedene Plakate zum Thema Industrielle Revolution zu gestalten, dies geschah unter der Leitung von Frau Schlemmer und Herr Strölin.
Die Klasse 10 a bearbeitete das Thema Zeitung, wobei sie sich ein Thema aussuchen und eine Zeitungsseite dazu gestalten mussten, die veröffentlicht wird und man Preise gewinnen kann, zudem bekamen sie Besuch von einem Redakteur des SÜDKURIERS.
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Bei der Klasse 5 d mit Frau Pannach, Frau Heirler und Herrn Lorenz drehte sich alles um Förderung der Klassengemeinschaft und Selbstvertrauen. Zuerst wurde anhand eines Plakates besprochen, wie eine Klassengemeinschaft sein sollte, danach wurde in der Turnhalle bei verschiedenen Gemeinschaftsspielen auf sportliche Weise der Umgang miteinander gelernt. Außerdem wurden noch kleine Rollenspiele für das bevorstehende Klassenfest eingeübt, was wiederum auch der Förderung der Klassengemeinschaft diente. |
| Das wohl beliebteste Thema waren die Naturwissenschaften. In der Biologie behandelte Herr Dieterich mit der Klasse 6 b die Überwinterung von Tieren und Pflanzen. Zuerst gab es eine kleine Exkursion ins Osterholz, von der Zweige verschiedener Bäume mitgebracht wurden, die die Schüler nachher anhand der Knospen bestimmen mussten. Am folgenden Tag ging die Klasse wieder auf Exkursion, diesmal zum NABU-Zentrum auf die Reichenau, um Wasservögel im Winter zu beobachten. Anschließend wurden diverse Plakate in Gruppenarbeit erstellt. |
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Die Klasse 5 a behandelte mit Frau Lay - Koch und Frau Weber das Thema Fliegen. Im Deutschunterricht wurde bereits die Geschichte des Fliegens und verschiedene Texte dazu durchgenommen. Nun war es die Aufgabe der Schüler, zu erforschen warum nur Vögel von Natur aus fliegen können. Dazu verglichen sie Säugetier- und Vogelskelette, bauten einen Vogelflügel nach, um ihn mit dem eines Segelfliegers zu vergleichen und machten nachher noch einen Wettbewerb, wer den besten Papierflieger bauen kann. Das Highlight war die Exkursion auf den Bodanrück zu einem Falkner. |
Nicht nur um Tiere ging es bei dem Projekt von Herrn Schwab, Frau Leinß und Frau Katzer, die mit der Klasse 6 c auf einen Bauernhof fuhren und sich in Geschäften über Lebensmitteln kundig machten, die etwas mit Tieren zu tun haben.
Um das Grundprinzip Stromversorgung zu verstehen, setzte die Klasse 7 b mit Herrn Schuller elektronische Bausätze zusammen und baute ein Motormodell nach. Am letzten Tag wurde dann noch eine Exkursion zu den Stadtwerken durchgeführt, um einen Einblick in die Stromversorgung zu bekommen.
Die Aufgabe der Klasse 8 d, die vor der WAU- Woche das Technorama in Winterthur besucht hatte, bestand darin, zwei der Experimente die ihnen dort gut gefallen hatten, nachzubauen. Anschließend mussten die Schüler überlegen, warum und wie dieses Experiment funktionierte, wobei ihnen Herr Köhler und Herr Fackler halfen.
| Auch unser Schulleiter Herr Vollmer war mit von der Partie. Er behandelte zusammen mit seinen Kollegen Frau Sauter und Herrn Schmitt das Thema Barock mit der Klasse 11 d. Die Schüler gestalteten in Gruppen Poster zu verschiedenen Teilgebieten des Themas Barock und besuchten die Barockkirche Birnau, wo sie eine Führung bekamen. |
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Eine andere Art für die Lehrer die Projekttage zu gestalten, war die Zeit dazu zu nutzen, mit der eigenen AG weiter zu kommen. Diese Variante wählte wie im letzten Jahr Frau Schott, die mit ihrer Theater-AG das Stück "Das weiße Rösserl" probte, das am 29.02. Premiere hat. Unterstützt wurde sie dabei von Herrn Gräsle mit Orchester und Chor und Herrn Schmitt mit der Bühnenbild-AG.
Darüber hinaus gab es noch viele weitere interessante Projekte, in denen Exkursionen durchgeführt oder unterrichtsrelevante Themen, wie z.B. in der 5 b das Arbeiten mit Word behandelt wurden.
Alle in dieser Woche erarbeiteten Ergebnisse wurden, soweit möglich, am Tag der offenen Tür, Freitag, 14.03.08, präsentiert.
Die Woche alternativer Unterrichtsformen war auch wie im letzten Jahr eine positive Erfahrung für alle. Die Schüler waren begeistert davon, locker und zusammen mit den anderen ein Thema zu erarbeiten, die Lehrer froh über die Möglichkeit ein interessantes Thema intensiv zu bearbeiten. Es herrschte eine lockere Atmosphäre im Schulhaus, Klassengemeinschaften wurden gefördert, das Gemeinschaftsgefühl vertieft und die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern verbessert, da die Schüler die Lehrer auch mal von ihrer lockeren Seite kennen lernen und gemeinschaftlich mit ihnen zusammen arbeiten konnten. Durch das überarbeitete Konzept des letzen Jahres und die gute Organisation kann man von einem gelungen Projekt und einem Erfolg für die Schule sprechen.
© Text und Bilder von Lena Weigele (Klasse 11 c)