Erfahrungsbericht zum Praxissemester für das Lehramt am Gymnasium:

Im Herbst 2005 sowie im Frühjahr 2006 absolvierte ich mein Praxissemester am Nellenburg - Gymnasium in Stockach. Das Praktikum hat mir in jedem Fall die einmalige Gelegenheit geboten, in meine künftige Beschäftigung als Lehrerin „hineinzuschnuppern“ und festzustellen, ob ich mich persönlich für diese Art von Umgang mit Kindern und Jugendlichen eigne. Ansonsten hat der Lehramtstudent/ die Studentin von der Universität aus keinerlei Kontakt zu SchülerInnen, geschweige denn die Chance, das theoretisch Erlernte aus den gewählten Fächer beziehungsweise dem Pflichtfach Pädagogik praktisch (also in Form von Unterricht) anzuwenden.

Im Rahmen meines Praktikums war ich deshalb sehr daran interessiert, sämtliche zukünftige Aufgaben als Lehrerin einmal wahrzunehmen. So besuchte und beobachtete ich zunächst verschiedene Klassen der Unter-, Mittel- und Oberstufe über mehrere Wochen hinweg, um dann in Absprache mit den zuständigen Lehrkräften kleinere Teile des Unterrichts zu übernehmen. Gegen Ende des Praktikums durfte ich dann schließlich ganze Schulstunden oder Themeneinheiten in den Klassen 6 - 11 gestalten und selbst unterrichten. Die betreuenden LehrerInnen (in diesem Fall jeweils ein zuständiger Lehrer pro Fach sowie die Ausbildungslehrerin) leiteten mich dabei an, ließen mich aber auch eigenständig entwickelte Ideen in die Tat umsetzten und gaben mir dazu ein qualifiziertes Feedback.

Generell herrschte am Stockacher Gymnasium ein freundliches Klima und ich fühlte mich in meiner Rolle als Praktikantin sehr ernst genommen. Der Kontakt mit dem Lehrerkollegium und den SchülerInnen war äußerst freundlich. Unter anderem aufgrund dieser Tatsache machten mir der Unterrichtsalltag sowie außerunterrichtliche Veranstaltungen (Ausflüge, Theaterabende, Konzerte, das Schulfest etc.) sehr viel Spaß und das Praktikum hat mich in vielerlei Hinsicht in meiner Entscheidung, Gymnasiallehrerin für Deutsch, Französisch und Spanisch zu werden bestätigt - wobei mir auch mögliche Anforderungen und Schwierigkeiten des Berufes bewusst geworden und in Gesprächen mit LehrerInnen aufgezeigt worden sind.

Das Praxissemester am Stockacher Nellenburg-Gymnasium war darum persönlich und studientechnisch gesehen sehr sinnvoll und stellt für mich eine wichtige Erfahrung dar. Das Gelernte lässt sich für den letzten Teil meines Studiums, vor allem aber für die mich erwartende berufliche Zukunft als Referendarin und Lehrerin nutzen.

In diesem Sinn danke ich allen beteiligten SchülerInnen und LehrerInnen für die schöne und lehrreiche Zeit!

Wichtig für interessierte Studenten/Studentinnen:

Am Nellenburg- Gymnasium kann das Praxissemester in so gut wie allen Fächern absolviert werden, da die Schule sowohl ein naturwissenschaftliches als auch ein sprachliches Profil (Fremdsprachenfolge: Englisch, Latein oder Französisch, Spanisch) anbietet. Zudem besteht die Möglichkeit, sich zwischen einem Praktikum im Block (Schuljahresanfang im September bis Weihnachten) oder im Modul (Aufteilung des 13-wöchigen Praktikums in zwei Teile; September/Oktober und Februar/März/April). Dies birgt Vor- und Nachteile. Zum einen muss der/die Betreffende kein Semester an der Uni aussetzen, zum anderen muss beachtet werden, dass die Modulform aufgrund ihrer Kompaktheit als zeit- und arbeitsintensiver gilt und im Vorneherein sehr gut geplant sein will (da ja Hausarbeiten oder Prüfungen in der vorlesungsfreien Zeit zu bewältigen sind; zudem ist die Teilnahme an pädagogischen Begleitstudien an mehreren Nachmittagen in der Woche in Singen und Konstanz Pflicht).

In jedem Fall ist Euch aber neben der „Arbeit“ auch viel Spaß und damit eine schöne Zeit am Stockacher Nellenburg- Gymnasium garantiert!

Mit lieben Grüßen

Stefanie Metzinger